Schutz vor Gelsen Teil 2 Wichtig!!

Im Wesentlichen läuft diese Konversation mit Gemini darauf hinaus, daß es gegen die Tigermücke mit Autan Tropical Pumpspray oder ähnliches (siehe Link https://amzn.to/3SyjCzL und diversen BT Tabletten bspw. von Neudorff nur zwei wirklich nützliche Maßnahmen gibt. Thermacell, Kräuter oder sonstige Mittelchen helfen bei der heimischen Gelse, nicht aber bei der Tigermücke.

Ich habe schon seit einigen Jahren einen Naturgarten, der sehr dicht bewachsen ist. Hauptsächlich heimische Stauden und Streucher, ein bisschen fremde Pflanzen sind auch dabei. In dem Garten befinden sich unter anderem mehrere eher größere Streucher, teilweise bis zu 5 m hoch, unter anderem auch ein riesiger Wassertost. Die einzelnen Beete sind sehr dicht bewachsen, da sieht man kaum den Gartenboden. Grundsätzlich bin ich mit dem Naturgarten auch sehr zufrieden, aber ich habe ein Problem, und zwar seit ca. zwei Jahren habe ich eine irrsinnige Mückenplage, die es mir fast unmöglich macht, nachmittags bzw. abends draußen mich im Garten aufzuhalten. Jetzt ist meine Überlegung, ich habe in der Zwischenzeit herausgefunden, dass verschiedene Kräuter, wie z.B. Zitronenmelisse, Lavendel, aber auch Ringelblume oder Katzenminze, diese diese Mücken fernhalten. Jetzt ist meine Überlegung, wenn ich hier speziell vor den Streuchern genau diese Stauden großzügig pflanze, ob das dann das Problem lösen könnte.

Kurz und direkt: Nein, das wird dein Problem nicht lösen.

Dass Pflanzen wie Lavendel, Katzenminze oder Zitronenmelisse Mücken im Freiland spürbar vertreiben, ist ein hartnäckiger Garten-Mythos. Die ätherischen Öle wirken tatsächlich abschreckend – allerdings fast ausschließlich dann, wenn die Blätter zerrieben werden und die Öle hochkonzentriert in die Luft oder direkt auf die Haut gelangen. Eine Pflanze, die einfach nur im Beet steht, gibt viel zu wenig Duftstoffe an die Umgebungsluft ab, um hungrige Mücken davon abzuhalten, an dir vorbeizuzufliegen.

Hinzu kommt die Struktur deines Gartens:

  • Mikroklima als Mückenparadies: Dichter Bewuchs, hohe Sträucher und ein riesiger Wasserdost schaffen genau das schattige, windstille und feuchte Mikroklima, das Mücken tagsüber suchen, um vor Hitze und Austrocknung geschützt zu sein. Dort ruhen sie, bis es nachmittags und abends kühler wird.
  • Standortansprüche passen nicht: Pflanzen wie Lavendel brauchen pralle Sonne, mageren Boden und gute Drainage. Wenn du sie vor oder unter große, dichte Sträucher setzt, verkahlen sie schnell und gehen im dichten Bewuchs ein.

Um der Plage wirklich beizukommen, musst du an die Ursache: die Brutstätten. Mücken entfernen sich meist nur wenige hundert Meter von ihrem Schlupfort. Dass das Problem erst seit zwei Jahren so massiv ist, spricht dafür, dass entweder bei dir oder in der direkten Nachbarschaft neue Brutbedingungen entstanden sind.

Was wirklich hilft:

  1. Jede noch so kleine Wasseransammlung aufspüren:
    • Regentonnen müssen lückenlos mit feinen Netzen abgedichtet sein.
    • Gießkannen, Untersetzer, verstopfte Dachrinnen, Eimer, hohle Baumstümpfe oder Dekoelemente kontrollieren. Schon ein Schnapsglas voll Wasser reicht für hunderte Larven.
  2. BTI-Tabletten (Bacillus thuringiensis israelensis):
    • Falls du offenes Wasser hast, das sich nicht leeren lässt (z. B. Miniteich, Zinkwanne, nicht komplett dichte Regentonne): Verwende sogenannte „Stechmücken-Frei“-Tabletten. Das Bakterientoxin tötet selektiv Mückenlarven ab, ist aber für Vögel, Igel, Bienen und sonstige Nützlinge völlig harmlos.
  3. Luftbewegung schaffen:
    • Mücken sind extrem schlechte Flieger. Ein einfacher Outdoor-Ventilator auf der Terrasse oder am Sitzplatz bricht deren Anflugroute sofort und verteilt dein ausgeatmetes $CO_2$, an dem sich die Tiere orientieren.

Gibt es bei dir oder direkt hinter dem Zaun offene Wasserstellen, Teiche oder Regentonnen, die als Brutstätte infrage kommen?

Genau das ist mein Problem. Ich habe weder breit keine offenen Wasserstellen. Es gibt zwar immer einen Garten, einen 3 x 2 m großen Aufstellpool, den habe ich aber in der Zwischenzeit schon seit 8 Jahren und wie gesagt, das Problem tritt erst jetzt seit zwei Jahren auf. Genauso habe ich auch kleine Trinkschalen im Garten verteilt für die Insekten, aber auch das mache ich bereits schon seit 8 Jahren und kann jetzt mit der Mückenplage meines Erachtens nicht direkt etwas zu tun haben. Auch bei meinen direkten Nachbargrundstücken hat sich meines Erachtens nicht wirklich etwas geändert, zumindestens wäre mir hier nichts aufgefallen hinsichtlich irgendwelcher Wasserstellen.

Dass du bewusst keine neuen Wasserstellen angelegt hast, schließt das Wasser als Ursache leider trotzdem nicht aus – im Gegenteil: Die Symptome deuten sehr stark auf ein Phänomen hin, das in den letzten Jahren in Mitteleuropa massiv zugenommen hat: Die Asiatische Tigermücke (oder die verwandte Buschmücke).

Ein klassischer Hinweis dafür ist deine Zeitangabe „vor allem nachmittags“. Heimische Gemeine Stechmücken (Culex) stechen fast ausschließlich in der Dämmerung und nachts. Tigermücken hingegen sind tag- und nachmittagsaktiv, extrem aggressiv, fliegen tief (stechen bevorzugt in Waden/Knöchel) und haben ein völlig anderes Brutverhalten.

Das erklärt auch, warum dir bisher keine Wasserflächen aufgefallen sind:

  • Minimalste Kleinstgewässer genügen: Tigermücken brauchen keine Teiche oder Pools. Ihnen reicht eine Kappe einer Spraydose, der Faltenwurf einer Abdeckplane über Gartenmöbeln oder Holz, ein vergessener Plastiktopf im dichten Gestrüpp oder eine verstopfte Dachrinne, in der nach Regen ein paar Millimeter Schlammwasser stehen.
  • Trockenresistente Eier: Die Weibchen kleben ihre Eier an den trockenen Rand von Behältern (auch in die Insektentränken knapp über die Wasserlinie). Sobald es regnet und das Wasser steigt, schlüpfen die Larven innerhalb von 7–10 Tagen.
  • Der Pool: Wird er durchgehend gechlort/gefiltert, scheidet er als Brutstätte aus. Steht das Wasser jedoch im Frühjahr oder Spätsommer mal zwei Wochen ungepflegt oder sammelt sich Regenwasser auf der Abdeckplane, wird er zur Massenbrutstätte.
  • Dichter Garten als Ruhebiotop: Selbst wenn die Mücken 50 bis 100 Meter weiter bei einem Nachbarn in einer unbemerkten Ecke brüten – dein schattiger, feuchter Naturgarten mit den hohen Sträuchern ist für die adulten Tiere tagsüber das perfekte Versteck.

Was du jetzt konkret prüfen und tun kannst:

  1. Den Naturgarten auf „verstecktes Plastik“ abscannen: Geh durch die dichten Beete und suche nach Dingen, in denen sich Wasser sammeln kann: Untersetzer, Blumentöpfe, Folienreste, hohle Zaunpfähle oder Deko.
  2. Insektentränken umstellen: Wasser nachfüllen reicht bei Stechmücken nicht, da die Larven unten sitzen und die Eier am Rand kleben. Tränken alle 3 bis 4 Tage komplett auskippen und mit einer Bürste oder einem Tuch die Ränder auswischen, um angeklebte Gelege zu zerstören.
  3. Dachrinnen und Fallrohre prüfen: Liegt Laub drin, staut sich das Wasser oft unbemerkt in luftiger Höhe – eine der häufigsten unentdeckten Mückenquellen überhaupt.
  4. Ein Exemplar fangen und bestimmen: Wenn du das nächste Mal gestochen wirst, schau dir das Tier genau an. Ist es auffällig klein, tiefschwarz mit silbrig-weißen Streifen an Körper und Hinterbeinen? Wenn ja, hast du es definitiv mit der Tigermücke zu tun (die vielerorts inzwischen sogar meldepflichtig ist).

Haben die Mücken, die dich nachmittags attackieren, diese markanten weißen Streifen, oder sehen sie eher unscheinbar braun-grau aus?

Das sind sogar mit Sicherheit äh Tigermücken. Ich habe schon einige dieser Exemplare gesehen und jedes Mal handelte es sich eben um diese Tigermücken. Die normalen äh bei uns heimischen Mücken sehe ich schon seit einigen Jahren nicht mehr. Also gibt es außer den von dir vorgeschlagenen Maßnahmen noch irgendwelche anderen Möglichkeiten äh um hier gegen die Tigermücke vorzugehen.

Wenn feststeht, dass es sich um die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) handelt, ändert sich die Strategie grundlegend: Herkömmliche Hausmittel, UV-Lichtfallen (gegen die sie immun sind, da tagaktiv) oder Ultraschallgeräte sind bei dieser Art völlig wirkungslos.

Tigermücken haben einen extrem kleinen Flugradius von meist nur 50 bis maximal 200 Metern. Die Tiere, die dich stechen, schlüpfen also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit direkt in deinem Garten oder auf den unmittelbaren Nachbargrundstücken.

Gegen Tigermücken helfen folgende konkrete Maßnahmen:

1. Gezielte Mückenfallen aufstellen (Spezialfallen)

Normale Insektenvernichter funktionieren nicht, aber die Forschung der Universität Regensburg (Firma Biogents) hat Fallen entwickelt, die speziell auf das Verhalten der Tigermücke abgestimmt sind:

  • BG-GAT (Gravid Aedes Trap) – Eiablagefalle:
    • Funktionsweise: Eine passive Falle (braucht keinen Strom). Sie imitiert mit stehendem Wasser und Heu-/Grasaufguss die perfekte Brutstätte. Das Weibchen fliegt hinein, um Eier abzulegen, wird durch ein Netz am Erreichen des Wassers gehindert und bleibt an einer Klebefläche hängen.
    • Vorteil: Fängt gezielt trächtige Weibchen ab und stoppt so Hunderte Nachkommen pro Mücke.
  • BG-Mosquitaire – Saugluftfalle:
    • Funktionsweise: Arbeitet elektrisch mit einem Ventilator und einem künstlichen Hautduftkörper (Sweetscent). Tigermücken reagieren extrem stark auf visuelle Kontraste (schwarz-weiß) und Körperdüfte. Sie werden angesaugt und vertrocknen im Fangsack.
    • Platzierung: Nicht direkt neben die Sitzecke stellen, sondern in den schattigen, windstillen Dickichten deines Gartens (also vor deinen hohen Sträuchern), wo sich die Mücken tagsüber ausruhen.

2. Die „Eimer-Falle“ mit BTI (Ovitrap-Methode)

Wenn Tigermücken keine natürlichen Brutstätten finden, nehmen sie das an, was da ist. Nutze das gegen sie:

  1. Stelle an 1–2 schattigen Stellen im Garten dunkle Eimer mit abgestandenem Wasser auf (gerne mit ein paar vertrockneten Blättern darin).
  2. Gib in jeden Eimer sofort eine Tablette BTI (z. B. Neudorff Stechmücken-Frei).
  3. Die Tigermückenweibchen bevorzugen diese Eimer zur Eiablage.Die Larven schlüpfen, nehmen das für sie tödliche Eiweiß auf und sterben innerhalb von 24 Stunden ab.
  4. Effekt: Du bietest ihnen eine künstliche Brutstätte, machst diese aber zur biologischen Sackgasse.

3. Nachbarschaftskampagne (Der entscheidende Faktor)

Da der Flugradius der Tigermücke so gering ist, nützt die beste Beseitigung auf deinem Grundstück wenig, wenn der Nachbar nebenan eine offene Regentonne hat, einen Sonnenschirmfuß mit Regenwasser stehen lässt oder einen Eimer hinter dem Schuppen vergessen hat.

  • Suche das Gespräch mit den direkten Nachbarn rechts, links und hinten.
  • Viele Nachbarn wissen gar nicht, dass sie Tigermücken heranzüchten, weil sie nach einem klassischen Teich suchen und den Blumentopf-Untersetzer oder die Gießkanne mit 1 cm Wasser übersehen.
  • Gib den Nachbarn BTI-Tabletten für deren Regentonnen ab – das ist eine der günstigsten und wirksamsten Investitionen.

4. Meldepflicht / Lokale Bekämpfungsprogramme prüfen

In vielen Regionen (in Deutschland, Österreich und der Schweiz) gibt es mittlerweile offizielle Monitoring- und Bekämpfungsprogramme für die Asiatische Tigermücke.

  • Oft rücken nach einer Fundmeldung Mitarbeiter der örtlichen Gesundheits- oder Umweltämter aus, untersuchen den Block kostenlos, behandeln Straßenabläufe/Gullis (eine der Hauptherde in Siedlungen!) mit BTI-Granulat und verteilen Fallen oder Tabletten an Anwohner.
  • Ein Foto eines gefangenen Tiers reicht meistens schon für eine Meldung beim zuständigen Mückenatlas oder Umweltamt.

Sofortschutz für den Sitzplatz

Bis Fallen und BTI-Maßnahmen nach etwa zwei bis drei Wochen die Population spürbar ausdünnen, helfen für den Nachmittag draußen zwei mechanische Hebel:

  • Outdoor-Ventilator: Direkt auf Knie- und Knöchelhöhe auf die Sitzgruppe ausrichten. Tigermücken sind leichte, bodennah fliegende Insekten; ab einer minimalen Windgeschwindigkeit können sie dich physisch nicht mehr anfliegen.
  • Repellents mit Icaridin oder DEET: Reine Citronella- oder Ätherisch-Öl-Sprays stoppen Tigermücken nicht zuverlässig. Wirkstoffe wie Icaridin (z. B. in Autan Multi Insect) oder DEET bieten nachweislich wirksamen Schutz bei Tagaktivität.