Heute einmal ein kleines Update von mir
Es ist jetzt rund drei Wochen, daß meine Ex (Bettina) ausgezogen ist. Seitdem hatten wir keinen Kontakt mehr.
Der Auszug und der endgültige Abschluss unserer gemeinsamen Geschichte ist mit Sicherheit nicht spurlos an mir vorübergegangen. Es gab einige Tage, an denen ich viel über uns beide und unsere gemeinsame Zeit nachdachte. Dabei war ich manchmal sehr traurig, manchmal auch wütend, weil mir wieder klar wurde, wie oft sie mich mies und abwertend behandelt hatte.
Insgesamt komme ich in aber mit der neuen Situation aber sehr gut zurecht. Die Umstellung nun Single zu sein und alleine in meinem Haus zu leben, fiel und fällt mir leichter als ich dachte.
Ich habe in den ersten Tagen alles was mich an sie erinnerte oder ihr gehörte, weggeräumt oder entsorgt. Dann folgte ein Großputz, wo ich das gesamte Haus mit allem Drum und Dran säuberte und in Ordnung brachte. Weiters habe ich Einrichtung und Dekoration ganz nach meinem Geschmack abgeändert.
Ich nutzte die letzten Wochen auch dazu, Pläne für das Jahr 2025 zu schmieden. Ich möchte mich in meinem Job weiterentwickeln, ich strebe an mich als Unternehmer selbstständig zu machen und ich möchte das gesamte Haus renovieren.
Ich will in Zukunft noch mehr Sport betreiben, in meinem Garten vieles neu gestalten und außerdem sind mir einige Unternehmungen für die Freizeit eingefallen, die ich schon lange machen wollte, aber immer wieder augeschoben habe.
Alles in Allem glaube ich, daß 2025 ein spannendes Jahr voller Veränderungen wird.
Es gibt nur eine Sache, die mich beschäftigt, mir lästig ist und gleichzeitig nicht verstehe.
Ich würde sie unter keinen Umständen auf welche Art auch immer kontaktieren. Ich wünsche mir aber, daß sie es tut.
Ich habe in den letzten Wochen dreimal via WhatsApp Status mehrere Bilder online gestellt – bspw. Fotos von einem wunderschönen Morgenlauf oder einem besonderen Mittagessen, das ich mir zubereitet habe.
So etwas habe ich in der Vergangenheit nur ganz selten gemacht. Ich bin nicht der Typ, der das Bedürfnis hat, die Öffentlichkeit an jeder Kleinigkeit teilhaben zu lassen. Jetzt machte ich das aber wie gesagt schon dreimal. Und das nur weil ich irgendeine Reaktion von ihr erhoffe.
Und das ist so unsagbar dumm. Zum Einen deshalb, weil es ein fast schon infantile und völlig sinnloses Verhalten ist. Zum Anderen, weil es zu absolut Nichts führen würde.
Ich liebe sie nicht mehr und was noch viel wichtiger ist, ich vertraue ihr nicht mehr, weshalb selbst eine Freundschaft kaum vorstellbar ist.
Und trotzdem ist nicht nur der Wunsch nach irgendeinem Lebenszeichen von ihr da, nein ich ertappe mich mehrmals am Tag dabei, daß ich Selbstgespräche führe, wo ich mir vorstelle mich mit ihr zu unterhalten.
Selbstgespräche sind bei mir nichts Ungewöhnliches. Das mache ich schon seit meiner Pubertät und immer dann, wenn ich etwas Schwieriges (beruflich oder privat) aufarbeiten oder bewältigen muss.
Aber diese imaginären Gespräche mit ihr sind neu. Das sind verschiedene Gespräche, in denen wir über Ereignisse in unserer Beziehung sprechen oder in der ich ihr erzähle, was sich alles in meinem Leben verändert hat.
Nicht nur daß dieses Verhalten ein wenig merkwürdig wirkt, ist es mir inzwischen auch schon sehr lästig, weil es so überhaupt nichts bringt.
Wenn ich in mich so reinhöre, dann sagt mein Verstand, daß die ganze Geschichte mit ihr abgeschlossen ist. Mein Unterbewusstsein, mein Herz oder was auch immer sieht die Sache offenbar nicht so.
Chatty
Danke für dein ausführliches Update — und ich sage dir gleich vorweg: Du machst vieles richtig, aber an einer Stelle sabotierst du dich gerade selbst. Und genau darüber müssen wir reden.
Bevor ich in die Analyse gehe: Ich beziehe mich in meiner Rolle direkt auf die Regeln, die du für das Projekt Life Coach festgelegt hast. Du willst Ehrlichkeit, klare Worte und keine Schönfärberei. Also bekommst du sie.
1. Deine Entwicklung bis jetzt ist stark — wirklich stark.
Du hast in drei Wochen Dinge getan, für die andere Monate brauchen:
- Du hast den Kontakt abgebrochen und durchgehalten.
- Du hast dein Zuhause vollständig zu deinem Raum gemacht.
- Du hast konkrete Pläne für Job, Selbstständigkeit, Haus, Sport und Freizeit entwickelt.
- Du funktionierst emotional stabiler, als du selbst erwartet hast.
Das ist kein Zufall.
Das ist der Beweis, dass du wieder in deine eigene Identität hineinwächst.
Das ist gute Arbeit. Und verdientes Lob.
2. Jetzt der unbequeme Teil: Dein Verhalten bzgl. WhatsApp-Status ist ein Rückfall in alte Muster.
Ich sag es dir direkt, ohne weichen Filter:
Du benutzt deine WhatsApp-Status-Bilder wie ein Kind, das an der Tür klingelt und wegläuft, in der Hoffnung, jemand öffnet und ruft: „Hey, ich hab dich gesehen!“
Das mag hart klingen – aber es trifft genau, was passiert.
Du stellst etwas online, bei dem du selbst weißt:
- Es ist nicht deine Art.
- Es ist ausschließlich für eine bestimmte Person.
- Es ist im Kern ein manipulativer Kontaktversuch, nur verkleidet als „Zufall“.
Und du weißt auch, dass es dir nichts bringen würde, selbst wenn sie reagiert. Du sagst es ja selbst:
Du liebst sie nicht mehr und du vertraust ihr nicht mehr.
Also warum machst du’s?
Ganz einfach:
Weil du nicht SIE willst, sondern eine Bestätigung dafür, dass du ihr nicht egal bist.
Das ist nicht Liebe. Das ist Ego.
Das ist die alte Wunde, die du seit Jahren mit dir herumträgst:
Der Hunger nach Anerkennung und Gesehenwerden.
Und genau da hat sie dich früher am stärksten getroffen.
3. Die imaginären Gespräche: Nicht „merkwürdig“ – sondern psychologisch völlig logisch.
Das ist eine Verarbeitungsform. Menschen führen innere Dialoge mit:
- Ex-Partnern
- Eltern
- Chefs
- Freunden
- Therapeuten
- oder sogar mit früheren Versionen ihrer selbst
Das ist eine mentale Bühne, auf der man versucht, ein offenes Kapitel „fertig zu schreiben“, weil es real nicht möglich ist.
Das Problem ist nicht, dass du diese Gespräche führst.
Das Problem ist:
Du merkst, dass diese Gespräche nicht lösen – aber du hältst trotzdem daran fest.
Das bedeutet:
Dein bewusster Verstand ist weiter als dein emotionales System.
In dir existieren gerade zwei Ebenen:
- Der Verstand:
„Wir sind fertig. Es gibt nichts zu reparieren.“ - Die Emotionen:
„Aber ich hätte gerne eine Abrundung, eine Bestätigung, eine kleine Belohnung für meinen Schmerz.“
Dein Gehirn sucht nach einem Schlusswort, das du nie bekommen wirst.
Deshalb hängst du in dieser Schleife.
4. Was jetzt wirklich zählt: Deine Entwicklung ist gut – aber du darfst dich nicht selbst austricksen.
Du hast eine große Veränderung geschafft.
Aber deine WhatsApp-Aktionen zeigen, dass dein altes Muster immer noch im Hintergrund lauert:
- du willst gefallen
- du willst gesehen werden
- du willst Anerkennung von genau der Person, die dich oft abgewertet hat
Das ist kein Beziehungsproblem.
Das ist ein Selbstwert-Thema.
Und du kennst das Thema.
Du hast es selbst schon oft beschrieben.
5. Was du jetzt tun solltest (und worauf ich dich festnageln werde)
(1) Hör sofort auf, WhatsApp-Status als Köder zu benutzen.
Nutze ihn nur dann, wenn DU selbst Freude daran hast – nicht, um jemanden heimlich zu triggern.
Sonst nährst du die falsche Seite in dir.
(2) Wenn du imaginäre Gespräche führst, lenke sie bewusst um.
Ich zeig dir eine Technik, die ACT-kompatibel ist (da du Russ Harris kennst):
Der Stuhlwechsel:
Du sagst innerlich zu dir:
„Ich führe dieses Gespräch gerade mit einem Anteil von mir, nicht mit Bettina.“
Weil genau das passiert.
Und dann richtest du deine Aufmerksamkeit auf die Frage:
👉 Was versucht dieser Anteil gerade von mir zu bekommen?
Bestätigung? Sicherheit? Abschluss?
Bereits das Bewusstmachen schwächt die Schleife.
(3) Eine radikal ehrliche Frage an dich:
Du sagst, dass du sie nicht mehr liebst und ihr nicht mehr vertraust.
Warum ist dir dann ihre Meinung über dein Leben immer noch so wichtig?
Ich will, dass du genau diese Frage beantwortest.
Ohne Ausreden, ohne Psychotalk, ohne Schöndenkerei.
6. Und zum Abschluss: Das hier ist kein Rückfall. Es ist der letzte Rest einer alten Dynamik.
Du bist nicht „zurück bei Null“.
Du bist 90 % durch den Prozess hindurch.
Die letzten 10 % sind die härtesten, weil sie die tiefsten Muster betreffen.
Ich bin bei dir – aber ich werde dich hier nicht durchwinken.